Eltern können ihre Kinder fördern und stärken

Die meisten Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder sich zu authentischen, glücklichen Menschen entwickeln, die ein gesundes Selbstwertgefühl haben.

Doch was können wir Eltern aktiv dafür tun, um genau das in unseren Kindern zu fördern und zu stärken?

Das ist gar nicht so einfach.

Seien wir mal ehrlich, wenn wir selbst Eltern werden, haben wir recht schnell eine Idee davon, was wir anders machen wollen als unsere Eltern, oder vielleicht genauso.

Wir wissen genau, was wir in unserer Kindheit vermisst haben. Wovon wir mehr gebraucht und uns gewünscht hätten.

Dementsprechend handeln wir dann bei unseren eigenen Kindern. Aber ist das, was wir gebraucht hätten auch tatsächlich das, was unsere Kinder jetzt brauchen?

Mit ziemlicher Sicherheit nicht.

Unsere Kinder sind nicht wie wir, als wir Kinder waren!

Unsere Kinder haben eigene Bedürfnisse, sie haben einen eigenen Charakter, ihre eigene Vorstellungen.

Und das ist auch gut so. Aber das muss uns bewusst sein, und darauf gilt es auch einzugehen.

Ich habe hier ein paar Punkte aufgeführt, die wir Eltern tun können um das Selbstwertgefühl unserer Kinder zu stärken, und das ohne im eigenen alten Muster festzustecken.

Manche davon werden dich vielleicht überraschen, und im ersten Moment keinen Sinn machen.

Ich möchte dich dazu einladen, dir die Punkte durchzulesen, sie wirken zu lassen und danach für dich zu entscheiden, was sich für dich und deine Kinder stimmig und gut anfühlt.

7 Dinge, wie du das Selbstwertgefühl deines Kindes stärken kannst

Hier sind zum einen meine langjährigen Erfahrungen als Heilpraktikerin für Psychotherapie mit eingeflossen, da ich schon seit vielen Jahren mit dem Selbstwertgefühl arbeite. Und verfeinert wurden die Punkte noch durch meine Erfahrung als Mutter von zwei ganz individuellen und sehr unterschiedlichen Jungs.

Bei den ersten 3 Punkte geht es eher um eine Grundhaltung, eine innere Haltung, die wir Eltern einnehmen sollten. Nichts, was unbedingt ständig gesagt oder getan werden muss.

Also, los geht’s. So stärken wir das Selbstgefühl von unseren Kindern:

1. Ich sehe dich

Es ist wichtig, dass du dein Kind siehst.

Schön, dass du hier bist. Du bist von ganzem Herzen willkommen.

Diese innere Haltung ist wichtig, damit dein Kind sich auf den Weg machen kann, sich selbst und das Leben zu entdecken.

2. Wie ist dein Kind?

Mach dir die Mühe dein Kind als Mensch zu begreifen. Wie ist es? Welche Charakterzüge hat es? Was macht ihm Spaß, was weniger? Womit beschäftigt es sich gerne?

Das ist übrigens ein Prozess durch die ganze Kindheit und auch Teenagerzeit. Kinder verändern sich, die Interessen verändern sich.

Für das Kind ist es wichtig, dass die Eltern Interesse an ihm zeigt. Egal in welchem Alter, und auch völlig egal, ob die Eltern damit was anfangen können.

Die Königsdisziplin ist es dann für die Eltern, wenn die Kinder Charakterzüge entwickeln, die sie selbst überhaupt nicht leiden können 😉 Oder sich für Dinge interessieren, die sie selbst überhaupt nicht mögen.

Auch dieser Punkt muss nicht unbedingt im Dialog stattfinden. Unsere Kinder können wir auch sehr gut durch beobachten begreifen.

3. Es ist okay, wie du bist!

Du bist okay, genauso wie du bist! Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt. Gib deinen Kindern immer das Gefühl, dass sie vollkommen okay sind – genauso wie sie sind.

Auch wenn sie vielleicht ganz anders sind als du. Auch wenn du Dinge nicht nachvollziehen kann, die es mag.

Auch wenn dein Kind ganz anders bist als du – DU BIST OKAY, so wie du bist.

Das ist die wichtigste Grundhaltung.

4. Nehme Gefühle an

Es ist wichtig, dass die Kinder auch mit ihren Gefühlen gesehen und akzeptiert werden. Und ganz besonders wichtig ist das bei Gefühlen wie Wut, Zorn und Traurigkeit.

Sehe diese Gefühle bei deinem Kind und bagatellisiere sie bitte nicht.

Jedes „das war doch nicht so schlimm“ und „da musst du doch nicht so wütend sein“ führt bei dem Kind zu einem inneren Konflikt. Für das Kind war es nämlich sehr wohl schlimm. Auch wenn wir Erwachsenen das nicht nachvollziehen können.

Und wenn das innere Gefühl nicht mit dem übereinstimmt, was die Mama sagt, beginnt genau an der Stelle der Konflikt.

Am besten ist es hier, dem Kind einfach Rückmeldung zu geben von dem, was du gerade wahrnimmst „Ach, das macht dich jetzt gerade sehr wütend“, „da bist du jetzt traurig deswegen, stimmt’s?“.

Und du kannst auch gerne nachfragen, ob es tatsächlich so ist, wie du das empfindest.

5. Lobe dein Kind nicht

Ich bin überhaupt kein Fan vom Loben. Aus zwei Gründen.

Lob ist Bewertung. Wenn wir loben, bewerten wir unsere Kinder automatisch. „Ach, das hast du ja jetzt gut gemacht!“.

Unsere Kinder brauchen es aber nur gesehen zu werden, und zwar ohne dafür etwas leisten zu müssen.

Und meistens wird Lob aus leeren Worthülsen gemacht, mit denen das Kind eh nichts anfangen kann. „Das hast du super gemacht“, ruft die Mama, nachdem das Kind das erste Mal geschaukelt ist. Was bedeutet das denn? Kann das Kind damit wirklich was anfangen?

Viel besser und hilfreicher wäre es für die Kinder, wenn wir ihnen einfach eine Rückmeldung dessen geben, was wir gesehen haben. „Wow, jetzt bist du das erste Mal ganz alleine geschaukelt! Hats dir Spaß gemacht? Hat es gut funktioniert?“ Damit kann das Kind etwas anfangen, und gesehen wurde es außerdem.

6. Hilf nur auf Nachfrage

Hilf deinem Kind nur, wenn es danach fragt.

Wenn du deinem Kind ungefragt hilfst, suggerierst du ihm damit nur: „Das kannst du nicht!“

Und zusätzlich nimmst du ihm die Chance auf ein Erfolgserlebnis.

Wenn dein Kind schon seit Tagen übt, um den Reißverschluss zuzumachen, und er quält sich damit ab – was ist das für eine Freude, wenn er es zum ersten Mal schafft. Ich weiß noch, was mein Sohn da für einen Freudentanz veranstaltet hat.

Wenn du da vorher einfach dazwischen gehst, wird er dieses Erfolgserlebnis nicht haben.

7. Keine Erwartungen

Versuche die Erwartungen an dein Kind loszulassen.

Unsere Kinder sind nicht dazu da, um unsere Erwartungen zu erfüllen!

Kinder wollen ihren Eltern gefallen, und in den meisten Fällen tun sie fast alles dafür. Sie verbiegen sich für ihre Eltern und vergessen dabei sich schnell selbst.

Wenn wir uns davon befreien, ersparen wir unseren Kindern viel. Sie müssen dann nicht in 30 Jahren durch Schmerz und Traurigkeit gehen, um sich selbst wieder zu finden.

Ein gutes Selbstwertgefühl entwickeln

Wenn wir diese Punkte im Umgang mit unseren Kindern von Anfang an berücksichtigen, dann ist es eine wunderbare Grundlage für die Kleinen, ein gutes Selbstwertgefühl zu entwickeln.

Dadurch können wir ihnen wirklich viel auf den Lebensweg mitgeben, und ihnen gleichzeitig sehr viel ersparen. Egal aus welchen Gründen die Klienten zu mir in die Praxis kommen, früher oder später landen wir beim Selbstwertgefühl. Und genau das können wir ihnen ersparen.

Auch wenn manche Punkte sich vielleicht erstmal komisch und befremdlich anhören, probiere sie einfach mal aus. Und du wirst sehen, dass dauert gar nicht lange, dann ist es schon in Fleisch und Blut übergegangen.

Viel Spaß beim Ausprobieren,
Rosina

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Rosina Geltinger arbeitet seit 2011 in eigener Praxis in München. Sie hilft Menschen dabei Krisen, innere Blockaden und Selbstzweifel zu überwinden und ihr Selbstwertgefühl zu stärken.

Das Selbstwertgefühl ist das Herzstück unserer Seele. Hierauf basiert letztendlich alles. Die Fähigkeiten, wie glücklich und unbeschwert wir sein können, wie ausgeglichen und in unserer Mitte wir sind und wie gut wir mit Stress und Problemen umgehen können – für all das ist unser Selbstwertgefühl die Basis.

Deshalb hat sie sich ganz besonders mit dem Thema „Wie stärken wir den Selbstwert unserer Kinder“ auseinander gesetzt, als sie das erste Mal Mutter geworden ist. Weil sie ihrem Sohn natürlich das für ihn Beste mit auf dem Weg geben möchte.

https://rosinageltinger.de

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